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Yamswurzel gegen Haarausfall: Wirkung, Studienlage und Risiken

Yamswurzel mit geschnittenen Wurzelstücken und Kapseln als Symbol für Wild Yam als Nahrungsergänzung bei Haarausfall.
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Cosmedica
Wir sind ein internationales Team, das sich der Bereitstellung der besten Haartransplantationspflege verschrieben hat. Unser Ziel ist es, die Menschen weltweit über Haarausfall und dessen Behandlung zu informieren und aufzuklären.
In diesem Beitrag

    Yamswurzel gegen Haarausfall wird vor allem im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen und den Wechseljahren beworben. Nahrungsergänzungsmittel mit Wild Yam versprechen teilweise, den Hormonhaushalt auf natürliche Weise zu unterstützen und dadurch auch dünner werdendes Haar positiv zu beeinflussen.

    Der wichtigste Inhaltsstoff hinter diesen Aussagen ist Diosgenin. Dabei handelt es sich um eine pflanzliche Verbindung, die chemisch als Ausgangsstoff für die Herstellung bestimmter Steroidhormone verwendet werden kann. Daraus entstand die verbreitete Vorstellung, Yamswurzel könne im Körper wie natürliches Progesteron wirken.

    Genau hier ist jedoch Vorsicht notwendig: Der menschliche Körper wandelt Diosgenin nach der Einnahme nicht einfach in Progesteron um. Noch wichtiger für Menschen mit Haarausfall: Für eine zuverlässige Wirkung von Yamswurzel gegen androgenetischen, menopausalen oder diffusen Haarausfall fehlen bislang überzeugende klinische Nachweise.

    Was ist Yamswurzel?

    Als Yams bezeichnet man verschiedene Pflanzen der Gattung Dioscorea. Im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmitteln ist häufig von Wild Yam beziehungsweise Wilder Yamswurzel die Rede. Verwendet werden unter anderem Arten wie Dioscorea villosa.

    Die Wurzel enthält verschiedene Pflanzenstoffe, darunter das Steroidsaponin Diosgenin. Gerade dieser Inhaltsstoff ist der Grund dafür, dass Yamswurzel häufig mit Hormonen, Wechseljahresbeschwerden und teilweise auch hormonell bedingtem Haarausfall in Verbindung gebracht wird.

    Yamswurzel wird als Kapsel, Pulver, Extrakt oder Creme verkauft. Die Zusammensetzung kann sich zwischen Produkten erheblich unterscheiden. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist zudem nicht automatisch mit einem standardisierten Pflanzenextrakt aus einer wissenschaftlichen Studie vergleichbar.

    Warum wird Yamswurzel gegen Haarausfall empfohlen?

    Die Verbindung zwischen Yamswurzel und Haarausfall basiert vor allem auf der vermuteten hormonellen Wirkung von Diosgenin. Besonders Frauen in oder nach den Wechseljahren stoßen deshalb auf Produkte, die Wild Yam bei hormonbedingten Beschwerden und gleichzeitig bei dünner werdendem Haar bewerben.

    Das klingt zunächst nachvollziehbar: Hormone beeinflussen tatsächlich den Haarzyklus. Sinkende Östrogenspiegel während der Wechseljahre können beispielsweise dazu beitragen, dass sich das Verhältnis verschiedener hormoneller Einflüsse auf die Haarfollikel verändert. Gleichzeitig kann eine genetische Empfindlichkeit gegenüber Androgenen stärker sichtbar werden.

    Aus dieser biologischen Verbindung lässt sich aber nicht ableiten, dass Yamswurzel den Hormonhaushalt therapeutisch korrigiert oder dadurch Haarausfall stoppt.

    Mehr zu den tatsächlichen hormonellen Zusammenhängen erklärt unser Beitrag über Haarausfall in den Wechseljahren.

    Was ist Diosgenin?

    Diosgenin ist eine pflanzliche Steroidverbindung, die unter anderem in bestimmten Yams-Arten vorkommt. Sie ähnelt in ihrer chemischen Grundstruktur bestimmten Steroidhormonen und kann industriell als Ausgangsmaterial zur Herstellung hormoneller Wirkstoffe verwendet werden.

    Genau daraus entstand ein verbreiteter Irrtum: Wenn aus Diosgenin im Labor Progesteron hergestellt werden kann, müsse der menschliche Körper nach Einnahme einer Yamswurzel-Kapsel ebenfalls Progesteron daraus bilden können.

    Das ist nicht der Fall. Für die industrielle Umwandlung sind chemische Prozesse notwendig, die im menschlichen Stoffwechsel so nicht stattfinden. Eine Yamswurzel-Kapsel ist daher nicht mit einer Progesteronbehandlung gleichzusetzen.

    Kann Yamswurzel den Progesteronspiegel erhöhen?

    Es gibt keine belastbare Grundlage dafür, Yamswurzel als natürlichen Progesteronersatz zu betrachten. Diosgenin kann außerhalb des Körpers chemisch zu Steroidverbindungen weiterverarbeitet werden, der menschliche Organismus führt diese Umwandlung jedoch nicht entsprechend durch.

    Aussagen wie „Yamswurzel liefert natürliches Progesteron“ oder „Wild Yam gleicht einen Progesteronmangel aus“ sind deshalb irreführend, wenn damit suggeriert wird, dass die Einnahme dieselbe Wirkung wie ein entsprechendes Hormonpräparat besitzt.

    Das ist für das Thema Haarausfall besonders wichtig. Wenn die angenommene Wirkung auf der Vorstellung basiert, Diosgenin würde direkt den Progesteronspiegel erhöhen, ist bereits die grundlegende Erklärung problematisch.

    Hilft Yamswurzel wirklich gegen Haarausfall?

    Nach heutigem Kenntnisstand lässt sich eine wirksame Behandlung von Haarausfall mit Yamswurzel nicht belegen. Es fehlen insbesondere aussagekräftige klinische Studien am Menschen, die zeigen, dass Wild Yam die Haardichte verbessert, den Haarverlust reduziert oder androgenetische Alopezie dauerhaft beeinflusst.

    Aussage Einordnung
    Yamswurzel enthält Diosgenin Ja
    Diosgenin kann industriell zur Herstellung von Steroidhormonen verwendet werden Ja
    Der Körper wandelt Diosgenin nach Einnahme direkt in Progesteron um Nein
    Yamswurzel stoppt hormonellen Haarausfall Nicht klinisch belegt
    Yamswurzel wirkt als DHT-Blocker Nicht ausreichend belegt
    Wild Yam lässt ausgefallene Haare zuverlässig nachwachsen Nicht belegt

    Das bedeutet nicht, dass sämtliche Pflanzenstoffe der Yamswurzel biologisch wirkungslos sind. Zwischen einer biologischen Aktivität im Labor und einer klinisch wirksamen Behandlung gegen Haarausfall besteht jedoch ein erheblicher Unterschied.

    Wirkt Yamswurzel als natürlicher DHT-Blocker?

    Im Internet wird Yamswurzel teilweise als natürlicher DHT-Blocker bezeichnet. Auch dafür fehlt eine überzeugende klinische Grundlage.

    DHT steht für Dihydrotestosteron. Bei genetisch entsprechend veranlagten Menschen reagieren bestimmte Haarfollikel empfindlich auf dieses Androgen. Die Follikel werden schrittweise kleiner, die produzierten Haare feiner und die Wachstumsphasen kürzer.

    Dieser Prozess ist die Grundlage der androgenetischen Alopezie. Eine Pflanze als „DHT-Blocker“ zu bezeichnen, setzt jedoch voraus, dass eine relevante Wirkung auf diesen Stoffwechsel beim Menschen nachgewiesen wurde. Bei Wild Yam ist eine solche therapeutische Wirkung gegen Haarausfall nicht etabliert.

    Wie DHT tatsächlich mit Haarverlust zusammenhängt, erklären wir ausführlicher unter DHT und Haarausfall.

    Yamswurzel bei Haarausfall in den Wechseljahren

    Besonders häufig begegnet man Wild-Yam-Produkten im Zusammenhang mit den Wechseljahren. Das liegt daran, dass Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme und Veränderungen von Haut und Haar häufig hormonell geprägt sind.

    Auch Haarverlust kann in dieser Lebensphase stärker auffallen. Bei vielen Frauen wird der Mittelscheitel breiter und die Haardichte am Oberkopf nimmt ab. Dahinter kann eine weibliche Form der androgenetischen Alopezie stehen. Zusätzlich können Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Medikamente, Stress oder ein telogenes Effluvium beteiligt sein.

    Yamswurzel behandelt diese verschiedenen Ursachen nicht automatisch. Gerade bei neu auftretendem oder stärker werdendem Haarverlust ist deshalb eine Ursachenklärung sinnvoller, als ausschließlich ein Pflanzenpräparat auszuprobieren.

    Weitere mögliche Ursachen werden im Beitrag Haarausfall bei Frauen erläutert.

    Kann Yamswurzel bei erblich bedingtem Haarausfall helfen?

    Bei androgenetischer Alopezie liegt eine genetisch bedingte Empfindlichkeit bestimmter Haarfollikel gegenüber Androgenen vor. Bei Männern betrifft sie häufig Haarlinie und Tonsur. Bei Frauen zeigt sich häufiger eine zunehmende Ausdünnung am Oberkopf und entlang des Scheitels.

    Eine spezielle Ernährung oder Nahrungsergänzung kann diese genetische Empfindlichkeit nicht einfach aufheben. Das gilt auch für Yamswurzel. Solange keine entsprechende klinische Wirkung belegt ist, sollte Wild Yam nicht als Alternative zu etablierten medizinischen Behandlungsansätzen dargestellt werden.

    Mehr zum Mechanismus und Verlauf finden Sie unter erblich bedingter Haarausfall.

    Yamswurzel oder Minoxidil: Was ist der Unterschied?

    Zwischen einem Wild-Yam-Supplement und einem medizinisch eingesetzten Wirkstoff wie Minoxidil besteht ein grundlegender Unterschied.

    Minoxidil wurde klinisch bei androgenetischem Haarausfall untersucht und wird bei geeigneter Indikation zur Behandlung eingesetzt. Yamswurzel ist dagegen ein Pflanzenprodukt beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel, für das keine vergleichbare Evidenz gegen Haarausfall besteht.

    Merkmal Yamswurzel Minoxidil
    Produktart Pflanzenprodukt/Nahrungsergänzung medizinischer Wirkstoff
    Wirkung gegen androgenetischen Haarausfall nicht ausreichend belegt klinisch untersucht
    „Natürliches Progesteron“ Nein nicht relevant
    Garantiertes Nachwachsen Nein ebenfalls nicht garantiert

    Auch ein etablierter Wirkstoff ist nicht automatisch für jede Person geeignet. Die richtige Behandlung hängt immer von der zugrunde liegenden Form des Haarausfalls ab.

    Kann Yamswurzel bei diffusem Haarausfall helfen?

    Auch bei diffusem Haarverlust gibt es keine ausreichenden Belege dafür, dass Wild Yam eine wirksame Standardbehandlung darstellt. Diffuser Haarausfall kann viele Auslöser haben, beispielsweise Infekte, starken Stress, Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, ausgeprägten Gewichtsverlust oder andere körperliche Belastungen.

    In solchen Fällen ist entscheidend, den jeweiligen Trigger zu identifizieren. Liegt beispielsweise tatsächlich ein Nährstoffmangel vor, sollte genau dieser Mangel behandelt werden. Die Einnahme eines hormonell beworbenen Pflanzenpräparats löst das zugrunde liegende Problem nicht.

    Das gilt generell für Nahrungsergänzungsmittel bei Haarausfall: Mehr Nährstoffe oder Pflanzenstoffe sind nicht automatisch besser. Der Beitrag Haarausfall durch Vitaminmangel erklärt diesen Unterschied genauer.

    Welche Nebenwirkungen kann Yamswurzel haben?

    „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch nebenwirkungsfrei. Für Wild-Yam-Produkte sind unter anderem Verdauungsbeschwerden beschrieben. Gleichzeitig ist die Datenlage zur langfristigen Einnahme verschiedener hoch konzentrierter Extrakte begrenzt.

    Zusätzliche Vorsicht ist bei hormonempfindlichen Erkrankungen sinnvoll, da Bestandteile der Pflanze hormonelle beziehungsweise östrogenartige biologische Aktivitäten zeigen können. Personen mit entsprechenden Vorerkrankungen sollten Wild-Yam-Produkte deshalb nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.

    Auch wer regelmäßig Medikamente verwendet, sollte Nahrungsergänzungsmittel beim Arzt oder in der Apotheke angeben. Pflanzenextrakte werden häufig als harmlos wahrgenommen, können sich aber je nach Produkt und Zusammensetzung anders verhalten als gewöhnliche Lebensmittel.

    Ist Yamswurzel für Frauen immer unbedenklich?

    Nein. Gerade weil Yamswurzel häufig mit hormonellen Wirkungen beworben wird, sollte nicht automatisch von einer unproblematischen langfristigen Einnahme ausgegangen werden.

    Besonders bei bestehenden hormonabhängigen Erkrankungen, während Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist eine individuelle medizinische Einschätzung sinnvoll. Auch Frauen, die bereits eine Hormontherapie erhalten, sollten zusätzliche Präparate nicht ohne Rücksprache kombinieren.

    Das gilt unabhängig davon, ob ein Produkt als „natürlich“, „pflanzlich“ oder „hormonfrei“ vermarktet wird.

    Yamswurzel-Kapseln oder Creme: Gibt es einen Unterschied für die Haare?

    Wild Yam wird sowohl oral als Kapsel beziehungsweise Pulver als auch in Cremes angeboten. Für keine dieser Anwendungsformen ist eine zuverlässige Wirkung gegen Haarausfall nachgewiesen.

    Eine Creme auf der Haut führt ebenfalls nicht automatisch dazu, dass aus Diosgenin körpereigenes Progesteron entsteht. Auch hier sollte man deshalb Werbeaussagen kritisch prüfen, wenn hormonelle Effekte oder deutlich verbessertes Haarwachstum versprochen werden.

    Entscheidend ist nicht die Darreichungsform, sondern ob für das konkrete Produkt eine klinische Wirkung bei der jeweiligen Form des Haarausfalls gezeigt wurde.

    Warum wirken manche Erfahrungsberichte trotzdem überzeugend?

    Haarausfall verläuft häufig nicht linear. Besonders bei diffusem Haarverlust kann sich die Haardichte wieder verbessern, wenn ein vorübergehender Auslöser verschwindet. Beginnt eine Person während dieser Erholung gleichzeitig mit einem Supplement, kann leicht der Eindruck entstehen, das Produkt habe das Nachwachsen verursacht.

    Hinzu kommt der natürliche Haarzyklus. Veränderungen werden erst mit erheblicher Verzögerung sichtbar. Deshalb lässt sich aus einem persönlichen Vorher-Nachher-Bericht allein nicht zuverlässig ableiten, welche Maßnahme verantwortlich war.

    Aussagekräftiger sind kontrollierte klinische Studien, in denen eine behandelte Gruppe mit einer geeigneten Kontrollgruppe verglichen wird. Genau solche belastbaren Daten fehlen für Yamswurzel als Behandlung gegen Haarausfall bislang.

    Was hilft bei hormonell bedingtem Haarausfall stattdessen?

    Zunächst muss geklärt werden, ob der Haarverlust tatsächlich hormonell bedingt ist. Ein breiter werdender Scheitel, eine zurückweichende Haarlinie oder eine ausdünnende Tonsur können auf androgenetische Alopezie hinweisen. Diffuser Haarverlust kann dagegen zahlreiche andere Ursachen haben.

    Je nach Diagnose kommen unterschiedliche Ansätze infrage. Dazu können medizinische Therapien, das Beheben eines nachgewiesenen Mangels, Behandlung einer Grunderkrankung oder bei dauerhaftem Haarverlust auch operative Verfahren gehören.

    Welche Schritte bei neuem Haarverlust sinnvoll sind, haben wir unter Haarausfall: Was tun? zusammengefasst.

    Wann sollte Haarausfall ärztlich untersucht werden?

    Eine medizinische Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn der Haarverlust plötzlich beginnt, deutlich zunimmt oder über mehrere Monate anhält. Das gilt auch bei klar begrenzten kahlen Stellen, Entzündungen, Rötungen, Juckreiz oder Schmerzen der Kopfhaut.

    Frauen sollten zusätzlich auf Begleitsymptome achten. Zyklusveränderungen, ungewöhnlich starke Körperbehaarung, Akne, ausgeprägte Müdigkeit oder andere hormonelle beziehungsweise körperliche Veränderungen können Hinweise darauf geben, dass eine weitergehende Diagnostik erforderlich ist.

    Ein Pflanzenpräparat sollte in solchen Situationen nicht dazu führen, dass eine mögliche Erkrankung oder behandelbare Ursache über Monate unerkannt bleibt.

    Wann ist eine Haaranalyse sinnvoll?

    Eine Haaranalyse kann helfen, das sichtbare Muster des Haarverlusts besser einzuordnen. Dabei lässt sich beispielsweise unterscheiden, ob der Scheitel diffus breiter wird, eine typische androgenetische Verteilung vorliegt oder andere Auffälligkeiten bestehen.

    Sie ersetzt bei Verdacht auf hormonelle oder internistische Ursachen keine ärztliche Diagnostik. Zusammen mit Anamnese, Kopfhautuntersuchung und gegebenenfalls Laborwerten kann sie aber dabei helfen, unnötige Selbstversuche mit Nahrungsergänzungsmitteln zu vermeiden.

    Mehr zum Verfahren finden Sie unter Haaranalyse.

    Haarausfall statt Supplements gezielt einordnen

    Ob hormoneller, diffuser oder erblich bedingter Haarausfall vorliegt, entscheidet darüber, welche Behandlung überhaupt sinnvoll sein kann.

    Kostenlose Haaranalyse

    Fazit: Yamswurzel ist kein belegtes Mittel gegen Haarausfall

    Yamswurzel enthält mit Diosgenin einen biologisch interessanten Pflanzenstoff. Daraus lässt sich jedoch keine nachgewiesene Therapie gegen Haarausfall ableiten. Besonders die häufige Vorstellung, der Körper würde Diosgenin nach Einnahme in Progesteron umwandeln, ist falsch.

    Auch für eine zuverlässige DHT-blockierende Wirkung oder ein klinisch relevantes Nachwachsen ausgefallener Haare gibt es bislang keine überzeugenden Belege. Das gilt sowohl für Yamswurzel-Kapseln als auch für Cremes und andere Wild-Yam-Produkte.

    Wer Yamswurzel trotzdem als Nahrungsergänzung verwenden möchte, sollte mögliche Nebenwirkungen und individuelle Risiken berücksichtigen. Bei tatsächlichem Haarausfall ist die wichtigere Frage aber nicht, welches Supplement gerade beworben wird, sondern welche Ursache hinter dem Haarverlust steckt.

    Häufige Fragen zu Yamswurzel und Haarausfall

    Hilft Yamswurzel gegen Haarausfall?

    Eine zuverlässige Wirkung von Yamswurzel gegen Haarausfall ist nicht durch überzeugende klinische Studien belegt. Wild Yam sollte deshalb nicht als etablierte Behandlung gegen androgenetischen oder hormonell bedingten Haarausfall betrachtet werden.

    Was ist Diosgenin?

    Diosgenin ist eine pflanzliche Steroidverbindung, die unter anderem in bestimmten Yams-Arten vorkommt. Sie kann industriell als Ausgangsstoff für die Herstellung verschiedener Steroidverbindungen verwendet werden.

    Wird Diosgenin im Körper zu Progesteron?

    Nein. Die chemische Herstellung von Progesteron aus Diosgenin im Labor bedeutet nicht, dass der menschliche Körper diese Umwandlung nach der Einnahme von Yamswurzel selbst durchführen kann.

    Ist Yamswurzel ein natürlicher DHT-Blocker?

    Für eine klinisch relevante DHT-blockierende Wirkung von Yamswurzel gegen Haarausfall gibt es keine ausreichenden Nachweise. Entsprechende Werbeaussagen sollten deshalb vorsichtig bewertet werden.

    Hilft Yamswurzel bei Haarausfall in den Wechseljahren?

    Eine spezifische Wirksamkeit gegen Haarausfall in den Wechseljahren ist nicht ausreichend belegt. Da Haarverlust in dieser Phase verschiedene hormonelle und nicht hormonelle Ursachen haben kann, ist eine Ursachenklärung sinnvoll.

    Kann Yamswurzel den Progesteronspiegel erhöhen?

    Yamswurzel sollte nicht mit einer Progesterontherapie gleichgesetzt werden. Der Körper wandelt das enthaltene Diosgenin nicht einfach in Progesteron um.

    Welche Nebenwirkungen kann Yamswurzel haben?

    Unter anderem sind Verdauungsbeschwerden möglich. Wegen möglicher hormoneller beziehungsweise östrogenartiger Aktivitäten ist insbesondere bei hormonempfindlichen Erkrankungen eine ärztliche Rücksprache sinnvoll.

    Ist Yamswurzel besser als Minoxidil?

    Beide sind nicht vergleichbar. Minoxidil ist ein klinisch untersuchter medizinischer Wirkstoff bei bestimmten Formen von Haarausfall. Für Yamswurzel besteht keine vergleichbare Evidenz.

    Kann Yamswurzel neue Haarfollikel bilden?

    Es gibt keinen überzeugenden Nachweis dafür, dass Yamswurzel beim Menschen neue Haarfollikel erzeugt oder dauerhaft verlorene Follikel wiederherstellt.

    Wann sollte man Haarausfall untersuchen lassen?

    Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn der Haarverlust deutlich zunimmt, über mehrere Monate anhält, kahle Stellen auftreten oder zusätzliche Kopfhaut- beziehungsweise körperliche Beschwerden bestehen.