Kopfhautpilz Haarausfall

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Wir sind ein internationales Team, das sich mit Leidenschaft der Bereitstellung erstklassiger Haartransplantationspflege widmet. Unser Ziel ist es, Menschen weltweit über Haarausfall aufzuklären und umfassend über die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.
In diesem Beitrag

    Medizinisch geprüft von Dr. Levent Acar

    Medizinischer Leiter und Spezialist für Haartransplantationen

    Aktualisiert am: 22. Juli 2026

    Wenn die Haare plötzlich kreisrund oder stellenweise ausfallen, die Kopfhaut rot und schuppig ist und zusätzlich starker Juckreiz auftritt, sollte die Ursache dermatologisch untersucht werden. Diese Symptome können auf eine Pilzinfektion der Kopfhaut hinweisen. Besonders häufig sind Kinder betroffen, eine Tinea capitis kann jedoch auch bei Erwachsenen auftreten.

    Kurzantwort

    Ein echter Kopfhautpilz im Sinne einer Tinea capitis kann Haarausfall verursachen. Die Pilze befallen Kopfhaut und Haare. Dadurch können Haarschäfte brüchig werden und nahe der Kopfhaut abbrechen, sodass runde oder unregelmäßige kahle Stellen entstehen.

    Eine Tinea capitis ist ansteckend und benötigt üblicherweise ein verschreibungspflichtiges, systemisch angewendetes Antimykotikum. Ein Anti-Pilz-Shampoo kann ergänzend eingesetzt werden, reicht als alleinige Behandlung jedoch normalerweise nicht aus.

    Schuppen, Juckreiz oder eine gerötete Kopfhaut allein beweisen allerdings keinen Kopfhautpilz. Auch eine seborrhoische Dermatitis, Psoriasis, ein Ekzem oder eine Haarwurzelentzündung können ähnliche Beschwerden verursachen.

    Pilzinfektion der Kopfhaut – die Ursachen

    Bei einer klassischen Pilzinfektion der Kopfhaut handelt es sich meist um eine sogenannte Tinea capitis. Tinea capitis ist nicht der Name eines einzelnen Pilzes, sondern die medizinische Bezeichnung für eine Dermatophyteninfektion der Kopfhaut und Haare.

    Dermatophyten sind Pilze, die keratinhaltiges Gewebe wie Haut, Haare und Nägel befallen können. Zu den möglichen Erregern gehören verschiedene Arten aus den Gattungen Trichophyton und Microsporum.[1]

    Microsporum canis ist daher kein eigenständiges Krankheitsbild neben der Tinea capitis, sondern einer der möglichen Erreger. Der Pilz kann insbesondere durch Katzen, aber auch durch andere infizierte Tiere übertragen werden.[2]

    Die Infektion kann auf unterschiedlichen Wegen weitergegeben werden:

    • durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person,
    • durch gemeinsam benutzte Kämme, Bürsten, Mützen oder Handtücher,
    • über Bettwäsche, Kissen oder andere kontaminierte Gegenstände,
    • durch Kontakt mit einem infizierten Haustier.

    Ein Kopfhautpilz ist kein Beweis für mangelnde Körperpflege. Eine Ansteckung kann auch bei guter Hygiene erfolgen, wenn Kontakt mit einer infizierten Person, einem Tier oder kontaminierten Gegenständen besteht.

    Wichtig

    Eine unbehandelte Tinea capitis kann sich auf der Kopfhaut ausbreiten und auf andere Menschen übertragen werden. Bei stark entzündlichen Verläufen können außerdem Narben und dauerhaft kahle Stellen entstehen. Ein typischer Befall innerer Organe gehört dagegen nicht zum gewöhnlichen Verlauf einer Tinea capitis.

    Vorbeugung der Übertragung

    Bis die Diagnose geklärt und die Behandlung begonnen wurde, sollten persönliche Haarpflegeprodukte und Textilien nicht mit anderen Personen geteilt werden.

    • Kämme, Bürsten, Rasiergeräte und Haaraccessoires getrennt verwenden.
    • Handtücher, Mützen, Kissen und Bettwäsche nicht gemeinsam benutzen.
    • Gegenstände entsprechend der ärztlichen Empfehlung reinigen oder gegebenenfalls ersetzen.
    • Familienmitglieder bei ähnlichen Beschwerden untersuchen lassen.
    • Haustiere bei einem begründeten Verdacht tierärztlich kontrollieren lassen.
    • Friseurbesuche während einer aktiven, ansteckenden Infektion vermeiden.

    Welche Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sind, hängt vom nachgewiesenen Erreger und der vermuteten Infektionsquelle ab. Es ist nicht grundsätzlich notwendig, sämtliche Gegenstände, Tierdecken oder Kuscheltiere zu entsorgen.

    Weitere Pilze und Erkrankungen der Kopfhaut

    Nicht jede schuppige oder juckende Kopfhaut ist eine Tinea capitis. Besonders häufig wird die Dermatophyteninfektion mit gewöhnlichen Schuppen oder einer seborrhoischen Dermatitis verwechselt.

    Bei Suchanfragen wie „Hefepilz Kopfhaut“ ist häufig die Gattung Malassezia gemeint. Malassezia-Hefen gehören zur normalen Hautflora und werden mit der seborrhoischen Dermatitis in Verbindung gebracht. Diese chronisch-entzündliche Erkrankung ist jedoch nicht mit einer ansteckenden Tinea capitis gleichzusetzen.[3]

    Typisch für die seborrhoische Dermatitis sind diffuse, teilweise gelbliche oder fettige Schuppen, Rötungen und Juckreiz. Umschriebene Bereiche mit abgebrochenen Haaren oder schwarzen Haarstoppeln passen dagegen eher zu einer Tinea capitis.

    Auch gelbe Schuppen sind kein eindeutiger Beweis für einen Kopfhautpilz. Bei der seltenen Favusform der Tinea capitis können zwar charakteristische gelbliche, napfförmige Krusten um die Haare entstehen. Gewöhnliche fettige Schuppen sehen jedoch anders aus und treten häufiger bei einer seborrhoischen Dermatitis auf.

    Merkmal Tinea capitis Schuppen / seborrhoische Dermatitis
    Ursache Ansteckende Infektion durch Dermatophyten Entzündliche Hauterkrankung, unter anderem mit Malassezia assoziiert
    Schuppen Lokal begrenzt oder diffus möglich Meist diffus, teilweise fettig oder gelblich
    Haarbruch Typisch möglich Nicht typisch
    Kahle Stellen Rund oder unregelmäßig möglich Normalerweise nicht
    Ansteckend Ja Normalerweise nein
    Behandlung Meist systemisches Antimykotikum plus ergänzendes Shampoo Häufig lokale Behandlung und medizinische Shampoos

    Ist Kleienpilzflechte auf der Kopfhaut dasselbe?

    Nein. Die Kleienpilzflechte, auch Pityriasis versicolor genannt, wird durch Malassezia-Hefen verursacht und ist nicht mit einer Tinea capitis gleichzusetzen. Sie tritt typischerweise mit helleren oder dunkleren, fein schuppenden Flecken an Rumpf, Hals oder Oberarmen auf und ist keine typische Ursache für umschriebene kahle Stellen auf der Kopfhaut.[4]

    Pilzerkrankungen der Kopfhaut – Symptome und Behandlung

    Welche Symptome kann ein Kopfhautpilz verursachen?

    Das Aussehen einer Tinea capitis kann stark variieren. Manche Verläufe ähneln gewöhnlichen Schuppen, während andere deutlich entzündete und kahle Stellen verursachen.

    Mögliche Anzeichen sind:

    • schuppige oder gerötete Bereiche,
    • Juckreiz oder Empfindlichkeit,
    • abgebrochene und unterschiedlich lange Haare,
    • schwarze Punkte durch direkt an der Kopfhaut abgebrochene Haare,
    • runde oder unregelmäßige Stellen mit verminderter Haardichte,
    • Pusteln, Krusten oder nässende Bereiche,
    • geschwollene Lymphknoten im Halsbereich.

    Eine besonders starke Entzündungsreaktion wird als Kerion bezeichnet. Dabei kann eine schmerzhafte, weiche und geschwollene Stelle mit Pusteln, Krusten und Haarverlust entstehen. Ein Kerion sollte zeitnah medizinisch behandelt werden, weil eine ausgeprägte Entzündung Narben und dauerhaften Haarverlust hinterlassen kann.[2]

    Wie lässt sich Kopfhautpilz erkennen?

    Fotos und Beschreibungen im Internet reichen nicht aus, um eine Tinea capitis sicher zu diagnostizieren. Psoriasis, seborrhoische Dermatitis, Alopecia areata, Ekzeme und bakterielle Entzündungen können ähnlich aussehen.

    Bei der Untersuchung können je nach Befund verschiedene Verfahren eingesetzt werden:

    • klinische Untersuchung der Kopfhaut,
    • Dermatoskopie beziehungsweise Trichoskopie,
    • mikroskopische Untersuchung von Schuppen oder Haaren,
    • Pilzkultur zur Bestimmung des Erregers,
    • bei bestimmten Pilzarten eine Untersuchung mit Wood-Licht.

    Eine Pilzkultur kann mehrere Wochen benötigen. Bei einem begründeten klinischen Verdacht kann die Behandlung daher bereits begonnen werden, bevor das endgültige Kulturergebnis vorliegt.[1]

    Reicht ein Anti-Pilz-Shampoo bei Kopfhautpilz?

    Direkte Antwort

    Bei einer bestätigten Tinea capitis reicht ein Anti-Pilz-Shampoo allein normalerweise nicht aus. Die Dermatophyten befallen nicht nur die Hautoberfläche, sondern auch Haare und Follikelbereiche. Diese werden von einem Shampoo nicht ausreichend erreicht.

    Ein antimykotisches Shampoo kann ergänzend sinnvoll sein. Es kann die Zahl infektiöser Pilzsporen auf der Kopfhaut reduzieren und damit helfen, die weitere Übertragung einzuschränken.

    Bei einer seborrhoischen Dermatitis ist die Situation anders. Dort können antimykotische Shampoos eine zentrale lokale Behandlungsrolle spielen. Deshalb sollte vor der Anwendung geklärt werden, ob tatsächlich eine Tinea capitis, eine seborrhoische Dermatitis oder eine andere Kopfhauterkrankung vorliegt.

    Wie wird eine Tinea capitis behandelt?

    Eine Tinea capitis benötigt üblicherweise ein verschreibungspflichtiges Antimykotikum, das oral beziehungsweise systemisch angewendet wird. Welcher Wirkstoff geeignet ist, hängt unter anderem vom Erreger, vom Alter, vom Körpergewicht, von Begleiterkrankungen und von möglichen Wechselwirkungen ab.

    Die Behandlung dauert häufig mehrere Wochen. Die genaue Dauer richtet sich nach dem verwendeten Wirkstoff, dem nachgewiesenen Pilz und dem klinischen Verlauf. Eine pauschale Mindestdauer von drei Monaten gilt nicht für jeden Fall.

    Zusätzlich kann ein medizinisches Shampoo verordnet oder empfohlen werden, um die Übertragung zu reduzieren. Die Behandlung sollte bis zu dem vom Arzt festgelegten Ende durchgeführt werden, auch wenn Juckreiz und Schuppen bereits früher nachlassen.

    Helfen Hausmittel gegen Kopfhautpilz?

    Apfelessig, Knoblauch, Curcuma, ätherische Öle oder andere Hausmittel beseitigen eine Tinea capitis nicht. Auf entzündeter oder verletzter Kopfhaut können solche Stoffe zusätzlich brennen und Reizungen verursachen.

    Auch kortisonhaltige Cremes sollten nicht eigenständig auf einen ungeklärten pilzverdächtigen Befund aufgetragen werden. Kortison kann das Erscheinungsbild einer Pilzinfektion verändern und ihre Erkennung erschweren.[5]

    Wann sollte man mit den Beschwerden zum Hautarzt?

    Eine zeitnahe dermatologische Untersuchung ist insbesondere sinnvoll bei:

    • runden oder unregelmäßigen kahlen Stellen,
    • abgebrochenen Haaren oder schwarzen Punkten,
    • schmerzhaften Schwellungen, Pusteln oder nässenden Krusten,
    • schneller Ausbreitung der Beschwerden,
    • Fieber oder geschwollenen Lymphknoten,
    • betroffenen Kindern,
    • ähnlichen Symptomen bei Familienmitgliedern,
    • möglichem Kontakt zu einem infizierten Haustier.

    Eine Übersicht über weitere mögliche Auslöser bietet unser Beitrag zu den Ursachen von Haarausfall.

    Wachsen die ausgefallenen Haare wieder nach?

    In vielen Fällen können die Haare nach erfolgreicher Behandlung wieder nachwachsen. Häufig sind die Haarschäfte durch die Infektion abgebrochen, während die Haarfollikel weiterhin vorhanden sind.

    Bis sich die sichtbare Haardichte erholt, kann jedoch einige Zeit vergehen. Das Haar muss zunächst aus dem erhaltenen Follikel neu wachsen.

    Bei stark entzündlichen Verläufen kann die Prognose ungünstiger sein. Besonders ein ausgeprägtes Kerion, eine länger anhaltende Entzündung oder eine Vernarbung können die Haarfollikel dauerhaft schädigen. In diesen Bereichen ist das Nachwachsen eingeschränkt oder nicht mehr möglich.

    Prognose

    Je früher eine Tinea capitis erkannt und angemessen behandelt wird, desto geringer ist das Risiko einer bleibenden Vernarbung. Eine schuppige Kopfhaut mit Haarbruch oder kahlen Stellen sollte daher nicht über längere Zeit ausschließlich mit frei verkäuflichen Schuppenshampoos behandelt werden.

    Wann kann eine Haartransplantation infrage kommen?

    Eine Haartransplantation ist keine Behandlung einer aktiven Tinea capitis. Ein Eingriff kann erst geprüft werden, wenn die Infektion vollständig abgeheilt ist und keine aktive Entzündung mehr besteht.

    Bei dauerhaft vernarbten und über längere Zeit stabilen kahlen Stellen muss zunächst dermatologisch beurteilt werden, ob eine Transplantation medizinisch sinnvoll ist. Zusätzlich müssen ausreichend geeignete Spenderhaare vorhanden sein und das Narbengewebe muss eine ausreichende Versorgung der verpflanzten Follikel ermöglichen.

    Haarsituation beurteilen lassen

    Nach vollständig ausgeheilter Kopfhauterkrankung kann geprüft werden, ob dauerhaft kahle Bereiche für eine Haartransplantation geeignet sind.

    Kostenlose Haaranalyse

    Häufige Fragen zu Kopfhautpilz und Haarausfall

    Kann ein Kopfhautpilz Haarausfall verursachen?

    Ja. Bei einer Tinea capitis können Pilze Kopfhaut und Haare befallen. Die Haare werden brüchig und können nahe der Kopfhaut abbrechen. Bei stark entzündlichen oder vernarbenden Verläufen kann der Haarverlust teilweise dauerhaft bleiben.

    Woran erkennt man eine Tinea capitis?

    Mögliche Anzeichen sind Schuppen, Rötungen, Juckreiz, abgebrochene Haare, schwarze Punkte und umschriebene kahle Stellen. Eine sichere Diagnose ist anhand von Fotos allein nicht möglich und kann eine Untersuchung von Haaren oder Hautschuppen erfordern.

    Ist Kopfhautpilz ansteckend?

    Eine Tinea capitis ist ansteckend. Sie kann durch direkten Kontakt, gemeinsam verwendete Bürsten, Mützen, Handtücher oder Bettwäsche sowie durch infizierte Tiere übertragen werden.

    Reicht ein Anti-Pilz-Shampoo bei Kopfhautpilz?

    Bei einer bestätigten Tinea capitis reicht ein Shampoo allein normalerweise nicht aus. Üblicherweise ist ein systemisches Antimykotikum erforderlich. Ein medizinisches Shampoo kann ergänzend eingesetzt werden, um die Zahl infektiöser Pilzsporen und die Übertragungsgefahr zu reduzieren.

    Wachsen die Haare nach einem Kopfhautpilz wieder nach?

    Wenn die Haarfollikel nicht dauerhaft geschädigt wurden, können die Haare nach erfolgreicher Behandlung wieder nachwachsen. Bei einer starken Entzündung oder Vernarbung können kahle Stellen jedoch bestehen bleiben.

    Wann sollte man mit Kopfhautpilz zum Hautarzt?

    Eine Untersuchung ist besonders wichtig bei kahlen Stellen, abgebrochenen Haaren, schwarzen Punkten, Pusteln, nässenden Krusten, schmerzhaften Schwellungen, Fieber oder einer schnellen Ausbreitung. Betroffene Kinder sollten ebenfalls zeitnah untersucht werden.

    Quellen

    1. British Association of Dermatologists: Tinea capitis – Patient Information Leaflet .
    2. DermNet: Tinea capitis .
    3. DermNet: Seborrhoeic dermatitis .
    4. DermNet: Pityriasis versicolor .
    5. Centers for Disease Control and Prevention: Ringworm Basics .
    Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung. Bei kahlen Stellen, Haarbruch, Pusteln, Schmerzen oder einer entzündeten Kopfhaut sollte eine dermatologische Untersuchung erfolgen.