Haarporosität: Was sie bedeutet und welche Pflege passt

Bild von Cosmedica
Cosmedica
Wir sind ein internationales Team, das sich mit Leidenschaft der Bereitstellung erstklassiger Haartransplantationspflege widmet. Unser Ziel ist es, Menschen weltweit über Haarausfall aufzuklären und umfassend über die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.
In diesem Beitrag
    Kurz erklärt

    Die Haarporosität beschreibt, wie leicht ein Haar Wasser und Pflegeprodukte aufnimmt und wie gut es die aufgenommene Feuchtigkeit anschließend hält. Entscheidend ist vor allem der Zustand der äußeren Schuppenschicht.

    Üblicherweise wird zwischen niedriger, mittlerer und hoher Porosität unterschieden. Diese Einteilung ist jedoch nur eine praktische Orientierung. Die Porosität kann sich entlang eines einzelnen Haars unterscheiden und durch Blondieren, Färben, Hitze, Reibung und andere Belastungen verändern.

    Manche Haare werden unter der Dusche nur langsam vollständig nass. Andere nehmen Wasser sofort auf, fühlen sich aber kurz nach dem Trocknen wieder rau oder trocken an. Ein möglicher Grund für diese Unterschiede ist die Haarporosität.

    Sie ist nicht mit Haardichte, Haardicke oder Lockentyp gleichzusetzen. Glattes, welliges, lockiges und krauses Haar kann jeweils eine niedrige, mittlere oder hohe Porosität aufweisen.

    Unterschiedliche Haarstrukturen mit glatter und stärker aufgerauter Oberfläche
    Die Haarporosität hängt vor allem vom Zustand der äußeren Schuppenschicht ab. Sie kann sich durch chemische, thermische und mechanische Belastungen verändern.

    Was ist Haarporosität?

    Ein Haar besteht vereinfacht aus mehreren Schichten. Außen liegt die Cuticula, die auch als Schuppenschicht bezeichnet wird. Sie besteht aus übereinanderliegenden Zellen und schützt die darunterliegende Faserschicht, den Cortex.

    Liegen die Schuppen relativ dicht und gleichmäßig an, dringt Wasser langsamer in das Haar ein. Ist die Oberfläche stärker aufgeraut oder beschädigt, kann Wasser leichter eindringen. Gleichzeitig kann das Haar aufgenommene Feuchtigkeit häufig schlechter halten.

    Porosität beschreibt damit keine einzelne sichtbare Eigenschaft, sondern das Verhalten des Haars beim Kontakt mit Wasser und Pflegeprodukten. Sie beeinflusst unter anderem:

    • wie schnell das Haar vollständig nass wird,
    • wie schnell Pflegeprodukte einziehen,
    • wie leicht sich Ablagerungen bilden,
    • wie lange das Haar zum Trocknen benötigt,
    • wie anfällig es für Trockenheit, Frizz und Haarbruch wirkt.
    Keine feste Diagnose

    Die Einteilung in Low, Medium und High Porosity Hair ist ein praktisches Pflegekonzept. Sie ersetzt keine standardisierte Haaranalyse und liefert allein keine Aussage darüber, ob Haarfollikel oder Kopfhaut gesund sind.

    Welche Arten von Haarporosität gibt es?

    Porosität Typisches Verhalten Mögliche Pflegeprobleme Grundprinzip der Pflege
    Niedrige Porosität Wasser und Produkte dringen vergleichsweise langsam ein. Produktrückstände, beschwertes Haar und lange Zeit bis zur vollständigen Durchfeuchtung. Leichte Produkte verwenden und unnötige Ablagerungen vermeiden.
    Mittlere Porosität Feuchtigkeit wird relativ gleichmäßig aufgenommen und gehalten. Kann sich durch Hitze, Blondieren oder mechanische Belastung verändern. Ausgewogene Pflege und Schutz vor unnötiger Schädigung.
    Hohe Porosität Wasser dringt schnell ein, geht aber häufig ebenso schnell wieder verloren. Trockenheit, Frizz, Verfilzung, raue Oberfläche und Haarbruch. Schonende Reinigung, Conditioner, reduzierte Reibung und Schutz der Oberfläche.

    Was bedeutet eine niedrige Haarporosität?

    Bei Haaren mit niedriger Porosität liegt die äußere Schuppenschicht vergleichsweise dicht an. Wasser und Pflegeprodukte benötigen länger, um in den Haarschaft einzudringen.

    Das Haar kann sich zunächst glatt anfühlen und deutlich glänzen. Gleichzeitig entsteht häufig der Eindruck, dass Conditioner, Masken oder Öle nur auf der Oberfläche liegen. Werden viele reichhaltige Produkte übereinandergeschichtet, kann sich das Haar schnell schwer, fettig oder stumpf anfühlen.

    Typische Beobachtungen sind:

    • Das Haar wird unter der Dusche nur langsam vollständig nass.
    • Produkte scheinen auf der Oberfläche zu bleiben.
    • Reichhaltige Pflege beschwert das Haar schnell.
    • Nach mehreren Produkten können sich Rückstände bemerkbar machen.
    • Das Haar benötigt im vollständig nassen Zustand teilweise lange zum Trocknen.

    Welche Pflege passt zu Low Porosity Hair?

    Für Haare mit niedriger Porosität eignen sich häufig leichte, gut verteilbare Pflegeprodukte. Entscheidend ist weniger ein bestimmter Inhaltsstoff als die Gesamtmenge und Textur der verwendeten Produkte.

    Ein mildes Shampoo entfernt Schmutz, Talg und Rückstände. Wenn das Haar durch viele Stylingprodukte oder reichhaltige Pflege zunehmend stumpf und beschwert wirkt, kann gelegentlich eine gründlichere Reinigung sinnvoll sein.

    Conditioner und Masken lassen sich besonders gleichmäßig verteilen, wenn das Haar vollständig nass ist. Wärme kann die Verteilung unterstützen, beispielsweise durch warmes Wasser oder ein angewärmtes Handtuch. Sehr heiße Temperaturen sind dafür nicht notwendig.

    Große Mengen schwerer Butter, Wachse und Öle können sich bei manchen Haaren stärker ablagern. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Öle grundsätzlich ungeeignet sind. Entscheidend sind Produktmenge, Haarlänge, Haardicke und das individuelle Ergebnis.

    Was bedeutet eine mittlere Haarporosität?

    Bei einer mittleren beziehungsweise normalen Porosität kann Wasser relativ gleichmäßig in das Haar eindringen und wieder austreten. Die Schuppenschicht ist weder besonders dicht noch deutlich aufgeraut.

    Solches Haar lässt sich häufig unkompliziert pflegen. Es wird in angemessener Zeit nass, nimmt Conditioner gut an und trocknet weder extrem schnell noch ungewöhnlich langsam.

    Mittlere Porosität ist jedoch kein dauerhafter Zustand. Längen und Spitzen können im Verlauf der Zeit poröser werden, weil sie länger Reibung, UV-Strahlung, Hitze, Bürsten, Färbungen oder Blondierungen ausgesetzt waren.

    Welche Pflege passt zu Medium Porosity Hair?

    Meist genügt eine ausgewogene Routine aus Shampoo, Conditioner und einem Schutz vor unnötiger Hitze und Reibung. Intensivmasken können nach Bedarf verwendet werden, müssen aber nicht bei jeder Wäsche eingesetzt werden.

    Die Pflege sollte sich am tatsächlichen Zustand orientieren. Fühlt sich das Haar weich und elastisch an, besteht kein Grund, die Routine allein aufgrund eines Internettests grundlegend zu verändern.

    Was bedeutet eine hohe Haarporosität?

    Bei hoher Porosität ist die Schuppenschicht stärker angehoben, unregelmäßig oder beschädigt. Wasser kann schnell eindringen, wird aber häufig nicht lange im Haar gehalten.

    Die Folge kann ein Wechsel zwischen sehr nassem und schnell wieder trocken wirkendem Haar sein. Das Haar fühlt sich möglicherweise rau an, verfilzt leichter und reagiert bei feuchter Luft verstärkt mit Frizz.

    Hohe Porosität kann teilweise angeboren sein. Häufig nimmt sie jedoch durch wiederholte Belastungen zu, etwa durch:

    • Blondierungen und andere chemische Behandlungen,
    • häufiges Färben oder Dauerwellen,
    • regelmäßige hohe Hitze,
    • starke mechanische Reibung,
    • intensives Bürsten und Entwirren,
    • UV-Strahlung und andere Umwelteinflüsse.

    Welche Pflege passt zu High Porosity Hair?

    Die Pflege sollte vor allem Reibung reduzieren, die Oberfläche glätten und weiteren Schäden vorbeugen. Conditioner sind dabei besonders wichtig, weil sie die Kämmbarkeit verbessern und die Reibung zwischen einzelnen Haarfasern verringern können.

    Nach der Wäsche kann ein Leave-in-Produkt helfen, die Oberfläche geschmeidiger zu halten. Eine kleine Menge Öl oder silikonhaltiges Haarserum kann zusätzlich die Reibung reduzieren und Feuchtigkeit langsamer entweichen lassen. Öl selbst versorgt das Haar allerdings nicht mit Wasser.

    Stark geschädigte Haarabschnitte können kosmetisch geglättet und vor weiterem Bruch geschützt werden. Eine vollständig zerstörte Schuppenschicht lässt sich jedoch nicht dauerhaft in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Spliss kann nur durch das Kürzen der betroffenen Haarspitzen vollständig entfernt werden.

    Weitere Informationen enthält unser Beitrag über das Erkennen und Vorbeugen von Haarbruch.

    Kann ein Haar mehrere Porositätsstufen haben?

    Ja. Die Porosität ist nicht zwingend am gesamten Haar gleich. Der jüngere Haarabschnitt nahe der Kopfhaut kann relativ wenig geschädigt sein, während ältere Längen und Spitzen deutlich poröser sind.

    Besonders bei langen, gefärbten oder blondierten Haaren ist eine solche Kombination häufig. Die Pflege darf deshalb je nach Haarbereich unterschiedlich ausfallen: eine leichte Pflege am Ansatz und eine reichhaltigere Behandlung in den Längen und Spitzen.

    Auch einzelne Bereiche des Kopfs können sich unterscheiden. Haare an der Kontur, im Nacken oder an besonders stark beanspruchten Stellen sind möglicherweise trockener oder bruchanfälliger als andere Partien.

    Wie kann man die Haarporosität testen?

    Zu Hause lässt sich die Porosität nur näherungsweise einschätzen. Ein einzelner Test liefert keine zuverlässige Messung. Aussagekräftiger ist es, das Verhalten der Haare während mehrerer Haarwäschen zu beobachten.

    Benetzungsverhalten

    Beobachten Sie, wie schnell sauberes Haar unter fließendem Wasser vollständig nass wird. Niedrig poröses Haar benötigt häufig länger, während stark poröses Haar Wasser schneller aufnimmt.

    Trocknungsverhalten

    Sehr schnelles Trocknen kann auf hohe Porosität hindeuten. Die Trocknungszeit wird jedoch ebenso von Haardichte, Dicke, Länge, Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur beeinflusst.

    Produkte beobachten

    Bleiben leichte Produkte sichtbar auf dem Haar liegen oder beschweren es schnell, kann eine geringe Porosität vorliegen. Verschwindet Pflege sofort und wirkt das Haar kurz danach wieder trocken, kann die Porosität höher sein.

    Ist der Wassertest mit einem Glas zuverlässig?

    Beim sogenannten Float Test wird ein einzelnes Haar in ein Glas Wasser gelegt. Sinkt es schnell, soll dies für hohe Porosität sprechen; schwimmt es oben, wird eine niedrige Porosität angenommen.

    Dieser Test ist jedoch störanfällig. Talg, Produktrückstände, Oberflächenspannung, Luftblasen und die individuelle Haardicke beeinflussen, ob ein Haar schwimmt oder sinkt. Ein einzelnes Haar repräsentiert zudem nicht zwangsläufig den gesamten Kopf.

    Besser als der Glastest

    Beobachten Sie über mehrere Wäschen, wie schnell das Haar nass wird, wie es auf Conditioner reagiert, wie lange es trocknet und ob sich Produkte leicht ablagern. Dieses Gesamtbild ist für die Pflegeplanung meist hilfreicher als ein einzelner Wassertest.

    Ist der Sprühtest aussagekräftig?

    Beim Sprühtest wird Wasser auf trockenes Haar gegeben. Bleiben Tropfen zunächst auf der Oberfläche, wird dies häufig als Hinweis auf niedrige Porosität gewertet. Wird das Wasser schnell aufgenommen, kann das Haar poröser sein.

    Auch dieser Test ist nur eine grobe Orientierung. Stylingprodukte, natürliche Fette, Silikone und Öle können das Benetzungsverhalten verändern. Vor der Beurteilung sollte das Haar deshalb sauber und frei von starken Produktrückständen sein.

    Kann sich die Haarporosität verändern?

    Ja. Der bereits aus der Kopfhaut herausgewachsene Haarschaft ist biologisch nicht lebendig und kann sich nicht wie Haut selbst reparieren. Seine Oberfläche kann jedoch durch äußere Einflüsse zunehmend geschädigt oder durch Pflegeprodukte vorübergehend geglättet werden.

    Blondierungen, oxidative Haarfarben, häufige Hitze und mechanische Belastung können die Porosität erhöhen. Conditioner, Filmbildner, Silikone und bestimmte Proteine können Unebenheiten zeitweise ausgleichen und das Haar glatter erscheinen lassen.

    Diese kosmetische Verbesserung ist nicht mit einer dauerhaften Wiederherstellung des ursprünglichen Haaraufbaus gleichzusetzen. Nachfolgend aus dem Follikel wachsendes Haar ist zunächst neu gebildet und kann eine andere Porosität als die älteren Längen aufweisen.

    Braucht poröses Haar mehr Proteine oder mehr Feuchtigkeit?

    Die verbreitete Einteilung in „Proteinbedarf“ und „Feuchtigkeitsbedarf“ ist stark vereinfacht. Poröses oder geschädigtes Haar kann von hydrolysierten Proteinen profitieren, weil diese sich vorübergehend an geschädigte Bereiche anlagern und die Haaroberfläche beeinflussen können.

    Zu viele proteinreiche Produkte können manche Haare jedoch steif oder rau wirken lassen. Andere Haarstrukturen vertragen sie problemlos. Deshalb ist keine feste Regel wie „hohe Porosität braucht immer viel Protein“ verlässlich.

    Feuchtigkeitspflege bedeutet ebenfalls nicht, das Haar möglichst lange nass zu halten. Wasser lässt Haarfasern aufquellen. Wiederholtes starkes Quellen und Trocknen kann die Haarstruktur zusätzlich beanspruchen. Ziel ist daher eine ausgewogene Pflege, die Kämmbarkeit und Geschmeidigkeit verbessert, ohne das Haar dauerhaft aufzuweichen.

    Welche Rolle spielen Öle bei der Haarporosität?

    Haaröle können Reibung reduzieren, Glanz verbessern und die Oberfläche geschmeidiger erscheinen lassen. Sie führen dem Haarschaft jedoch keine Feuchtigkeit im Sinne von Wasser zu.

    Einige Öle können teilweise in den Haarschaft eindringen, andere bilden überwiegend einen Film auf der Oberfläche. Kokosöl wurde beispielsweise darauf untersucht, den Proteinverlust bei bestimmten Haarbehandlungen zu verringern.[2]

    Ob ein Öl geeignet ist, hängt von Haardicke, Produktmenge und übriger Pflegeroutine ab. Feines oder niedrig poröses Haar wird durch große Mengen häufig schneller beschwert als kräftiges oder stark poröses Haar.

    Kann eine hohe Haarporosität Haarausfall verursachen?

    Haarporosität verursacht keinen Haarausfall aus dem Haarfollikel. Sie betrifft den bereits herausgewachsenen Haarschaft und nicht unmittelbar die Wachstumsaktivität der Haarwurzel.

    Stark poröses und geschädigtes Haar kann jedoch leichter abbrechen. Dadurch wirken die Haare kürzer, dünner oder weniger dicht. Bei Haarbruch bleiben häufig unterschiedlich lange Haarstücke zurück, während bei echtem Haarausfall vollständige Haare aus dem Follikel ausfallen.

    Haarbruch und Haarausfall können gleichzeitig auftreten. Eine zunehmende Ausdünnung am Scheitel, Geheimratsecken, kahle Stellen oder deutlich mehr ausgefallene Haare sollten deshalb nicht allein mit der Porosität erklärt werden.

    Eine Übersicht über weitere Beschwerden finden Sie im Ratgeber zu häufigen Haarproblemen und ihren Ursachen.

    Wichtige Abgrenzung

    Spliss, raue Längen und abbrechende Spitzen betreffen den Haarschaft. Sichtbar dünner werdende Bereiche, ein breiterer Scheitel oder zurückweichende Haarlinien können dagegen auf einen Verlust beziehungsweise eine Miniaturisierung der Haare hinweisen.

    Spielt Haarporosität bei einer Haartransplantation eine Rolle?

    Für die Eignung zu einer Haartransplantation sind vor allem Ursache und Verlauf des Haarverlusts, der Zustand des Spenderbereichs, die Haardichte sowie die Eigenschaften der Haarfollikel relevant.

    Die Porosität der sichtbaren Haarlängen ist kein entscheidendes Eignungskriterium. Transplantiert werden Haarfollikel und kurze Haarstoppeln, nicht lange kosmetisch geschädigte Haarabschnitte.

    Die spätere optische Wirkung kann dennoch von Haardicke, Farbe, Wuchsrichtung und natürlicher Haarstruktur beeinflusst werden. Mehr dazu erklärt der Beitrag über die Bedeutung der Haarstruktur bei einer Haartransplantation.

    Haarausfall statt Haarbruch?

    Bei sichtbarer Ausdünnung, einem breiter werdenden Scheitel oder zurückweichender Haarlinie kann die Haarsituation anhand von Fotos eingeschätzt werden.

    Kostenlose Haaranalyse

    Fazit: Die Haarporosität als Pflegeorientierung nutzen

    Die Haarporosität beschreibt, wie das Haar Wasser und Pflegeprodukte aufnimmt und hält. Niedrige Porosität geht häufig mit langsamer Benetzung und schneller Produktablagerung einher. Stark poröses Haar nimmt Wasser schneller auf, verliert es aber häufig ebenso schnell und ist anfälliger für Frizz und Haarbruch.

    Die Einteilung ist keine exakte Diagnose. Porosität kann entlang eines Haars variieren und wird durch Färbungen, Blondierungen, Hitze, Reibung sowie die verwendeten Pflegeprodukte beeinflusst.

    Statt sich auf einen einzelnen Wassertest zu verlassen, ist es sinnvoller, das Haar über mehrere Wäschen zu beobachten und die Pflegeroutine schrittweise anzupassen. Entscheidend ist, ob das Haar besser kämmbar, weniger bruchanfällig und dauerhaft weniger beschwert oder trocken wirkt.

    Häufige Fragen zur Haarporosität

    Was bedeutet Haarporosität?

    Die Haarporosität beschreibt, wie leicht ein Haar Wasser und Pflegeprodukte aufnimmt und wie gut es die aufgenommene Feuchtigkeit anschließend hält. Entscheidend ist vor allem der Zustand der äußeren Schuppenschicht.

    Welche Arten von Haarporosität gibt es?

    Üblicherweise wird zwischen niedriger, mittlerer und hoher Porosität unterschieden. Diese Einteilung dient als praktische Orientierung. Die Porosität kann entlang eines einzelnen Haars unterschiedlich sein.

    Woran erkennt man Haare mit niedriger Porosität?

    Niedrig poröses Haar wird häufig nur langsam vollständig nass. Pflegeprodukte können eher auf der Oberfläche bleiben und das Haar bei zu großen Mengen schnell beschweren.

    Woran erkennt man Haare mit hoher Porosität?

    Hoch poröses Haar nimmt Wasser meist schnell auf, kann es aber schlechter halten. Es wirkt häufiger trocken oder rau, entwickelt leichter Frizz und kann anfälliger für Verfilzung und Haarbruch sein.

    Ist der Wassertest zur Haarporosität zuverlässig?

    Der Test mit einem Haar in einem Wasserglas ist nur begrenzt aussagekräftig. Talg, Produktrückstände, Luftblasen, Oberflächenspannung und Haardicke können beeinflussen, ob das Haar schwimmt oder sinkt.

    Kann sich die Haarporosität verändern?

    Ja. Chemische Behandlungen, Hitze, UV-Strahlung und mechanische Belastung können die Schuppenschicht schädigen und die Porosität erhöhen. Pflegeprodukte können die Oberfläche vorübergehend glätten, aber stark geschädigtes Haar nicht dauerhaft in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen.

    Braucht hoch poröses Haar Proteine?

    Proteinreiche Produkte können manche geschädigten Haare vorübergehend kräftiger und glatter wirken lassen. Zu häufige Anwendungen können andere Haare steif oder rau machen. Die Verwendung sollte deshalb an das tatsächliche Ergebnis angepasst werden.

    Verursacht hohe Haarporosität Haarausfall?

    Nein. Porosität betrifft den herausgewachsenen Haarschaft und verursacht keinen Ausfall aus dem Haarfollikel. Stark poröses Haar kann jedoch leichter abbrechen und dadurch optisch dünner wirken.

    Ist niedrige Haarporosität automatisch gesund?

    Nicht unbedingt. Eine relativ geschlossene Schuppenschicht kann ein Zeichen für wenig geschädigtes Haar sein. Niedrige Porosität sagt aber nichts über Kopfhaut, Haarfollikel oder mögliche Formen von Haarausfall aus.

    Können unterschiedliche Haarbereiche verschiedene Porositäten haben?

    Ja. Der Ansatz kann eine geringere Porosität besitzen als ältere Längen und Spitzen. Besonders bei langen, gefärbten oder blondierten Haaren treten häufig mehrere Porositätsstufen gleichzeitig auf.

    Quellen

    1. Gavazzoni Dias MFR: Hair Cosmetics: An Overview . International Journal of Trichology, 2015.
    2. Rele AS, Mohile RB: Effect of mineral oil, sunflower oil, and coconut oil on prevention of hair damage . Journal of Cosmetic Science, 2003.
    Hinweis: Die Haarporosität beschreibt Eigenschaften des herausgewachsenen Haarschafts. Sie ist keine medizinische Diagnose und erklärt keinen echten Haarverlust aus den Haarfollikeln.